2. Samuel 18 Teil 3

Ahimaaz, der Sohn Zadoks, bat Joab: “Gestatte mir, zum König nach Mahanajim zu laufen und ihm die gute Nachricht zu bringen, dass der Herr ihm den Sieg über seine Feinde geschenkt hat.” 20 Doch Joab wehrte ab: “Was du dem König melden musst, ist keine Freudenbotschaft für ihn, denn sein Sohn ist tot. Ein anderes Mal schicke ich dich gern als Boten zu ihm, aber heute nicht.” 21 Dann wandte er sich an seinen äthiopischen Sklaven und befahl ihm: “Geh du zum König, und berichte, was du gesehen hast!” Der Sklave verneigte sich vor Joab und machte sich auf den Weg. 22 Doch Ahimaaz gab nicht nach. “Egal, was geschieht – ich laufe ihm hinterher!” Noch einmal versuchte Joab ihn zurückzuhalten: “Mein Sohn, warum brennst du darauf, dem König die schlechte Nachricht zu bringen? Er wird dich dafür sicher nicht belohnen!” 23 “Egal, was passiert – ich will auf jeden Fall zu ihm!”, gab Ahimaaz zurück. Da ließ Joab ihn gehen. Ahimaaz schlug den Weg durch die Jordanebene ein und kam schneller voran als der Äthiopier. 24 David saß zwischen dem inneren und dem äußeren Stadttor und wartete. Als der Wächter wieder einmal auf den Turm stieg, um Ausschau zu halten, sah er einen Mann, der allein auf Mahanajim zulief. 25 Er meldete es sofort dem König. David sagte: “Wenn er allein kommt, bringt er uns bestimmt eine gute Nachricht!” Während der Bote immer näher kam, 26 entdeckte der Wächter einen zweiten Mann, der in Richtung Stadt unterwegs war. Er rief zum Torwächter hinunter: “Ich sehe noch jemanden kommen; auch er ist allein.” David meinte dazu: “Sicher wird er uns ebenfalls eine frohe Botschaft bringen.” 27 Dann meldete der Wächter: “Ich glaube, der erste ist Ahimaaz, der Sohn Zadoks. Ich erkenne ihn an seinem Gang.” Erleichtert sagte David: “Er ist ein zuverlässiger Mann. Bestimmt meldet er uns Erfreuliches!” 28 Schon von weitem rief Ahimaaz: “Die Schlacht ist gewonnen!” Als er vor dem König stand, warf er sich zu Boden und sagte: “Gepriesen sei der Herr, dein Gott! Er hat dir den Sieg geschenkt über die Feinde, die sich gegen dich, mein Herr und König, aufgelehnt haben.” 29 “Und wie geht es meinem Sohn Absalom?”, erkundigte David sich. “Es ist ihm doch hoffentlich nichts zugestoßen?” Ahimaaz antwortete: “Als Joab deinen äthiopischen Sklaven und mich, deinen ergebenen Diener, zu dir schickte, herrschte noch ein großes Durcheinander. Ich konnte leider nicht erkennen, was im Einzelnen geschehen war.” 30 “Stell dich neben mich!”, befahl David. Ahimaaz gehorchte und blieb neben dem König stehen. 31 In diesem Augenblick kam der Äthiopier an und berichtete: “Mein König, höre, was für eine gute Nachricht ich dir zu überbringen habe: Der Herr hat den Aufstand niedergeschlagen, den deine Feinde gegen dich geplant haben! Er hat dir heute zu deinem Recht verholfen.” 32 “Und wie geht es meinem Sohn?”, fragte David auch ihn. “Ihm ist doch hoffentlich nichts zugestoßen?” Der Sklave antwortete: “So wie ihm möge es allen deinen Feinden ergehen, allen, die sich gegen dich auflehnen und dir schaden wollen!” 19,1 Diese Worte gaben David einen Stich ins Herz. Er stieg hinauf ins Turmzimmer des Stadttors und weinte. Dabei klagte er ununterbrochen: “Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein Sohn, ach Absalom! Wäre ich doch an deiner Stelle gestorben! Ach Absalom, mein Sohn, mein Sohn!”

2. Samuel 18

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