Jeder einzelne Psalm ist ein Geschenk für dich und gibt dir die Möglichkeit, deinen ganz persönlichen Gottesdienst am Sonntag zu gestalten – allein, zu zweit, als ganze Familie oder als Kleingruppe.
Die Psalmen sollen dich aber auch in deinem Alltag begleiten, als Gebet, als Lob Gottes, als Dank, als Kraft in schweren Lebensumständen. Denn die Psalmen haben ca. 1000 vor Christus den jeweiligen Verfassern Kraft gegeben.
Psalm 102
Kreative & tiefgründige Auslegung
Deine persönliche Reflexion
Gestaltung
Laufzeit ca. 06:18 Minuten
In dieser Episode Psalmen neu erleben geht es um Psalm 102, den Schrei eines Menschen am Ende seiner Kräfte. Samuel Weber beschreibt, wie Überforderung, Schmerz und Dunkelheit das Leben erdrücken können – und wie das ehrliche Klagen vor Gott selbst zur Antwort wird. Der Psalm zeigt, dass Gott auch im Leid bleibt, während alles andere vergeht. Aus dem Aufschrei entsteht neues Vertrauen, Lob und ein Blick auf Gottes Größe und Treue über Generationen hinweg. Begleitet wird die Reflexion von einer musikalischen Vertonung des Psalms – ein bewegendes Gebet zwischen Verzweiflung und Hoffnung.
zum mitlesen
Psalm 102
Lesezeit ca. 04:04 Minuten
1 Gebet eines Menschen, der allen Mut verloren hat und dem HERRN sein Leid klagt. 2 Höre mein Gebet, HERR, und achte auf meinen Hilfeschrei! 3 Ich bin in großer Not – verbirg dich nicht vor mir! Höre mir zu und hilf mir schnell! 4 Mein Leben verflüchtigt sich wie Rauch, mein ganzer Körper glüht, von Fieber geschüttelt. 5 Meine Kraft vertrocknet wie abgemähtes Gras, selbst der Hunger ist mir vergangen. 6 Ich bin nur noch Haut und Knochen, mir bleibt nichts als endloses Stöhnen. 7 Man hört mich klagen wie eine Eule in der Wüste, wie ein Käuzchen in verlassenen Ruinen. 8 Tiefe Verzweiflung raubt mir den Schlaf; ich fühle mich wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. 9 Tag für Tag beschimpfen mich meine Feinde, und wen sie verfluchen wollen, dem wünschen sie mein Schicksal herbei. 10 Ich esse Staub, als wäre es Brot, und in meine Getränke mischen sich Tränen. 11 Denn dein furchtbarer Zorn hat mich getroffen, du hast mich hochgeworfen und zu Boden geschmettert! 12 Mein Leben gleicht einem Schatten, der am Abend in der Dunkelheit verschwindet. Ich bin wie Gras, das bald verdorrt. 13 Du aber, HERR, regierst für alle Zeiten; von dir wird man erzählen, solange es Menschen gibt. 14 Du wirst eingreifen und dich über Zion erbarmen. Denn die Zeit ist gekommen, es zu begnadigen – die Stunde ist da! 15 Dein Volk liebt die Mauern dieser Stadt und trauert über ihre Trümmer. 16-17 Aber der HERR wird sie wieder aufbauen, er wird erscheinen in all seiner Pracht. Dann werden die Völker ihn fürchten und alle Könige vor seiner Macht zittern. 18 Ja, der HERR wird das Gebet der Hilflosen hören, er lässt ihr Flehen nicht außer Acht. 19 Diese Worte soll man aufschreiben für die Generationen, die nach uns kommen, damit auch sie es lesen und den HERRN loben: 20 Der HERR blickte von seinem Heiligtum herab, er schaute vom Himmel auf die Erde. 21 Er hörte das Stöhnen der Gefangenen und rettete sie vor dem sicheren Tod. 22 Darum wird man den HERRN auf dem Berg Zion rühmen; in ganz Jerusalem wird man ihn loben, 23 wenn alle Völker und Königreiche sich versammeln, um sich in seinen Dienst zu stellen. 24 Mitten im Leben[1] hat Gott meine Kraft gebrochen, ich weiß, meine Tage sind schon gezählt. 25 Darum flehe ich ihn an: Mein Gott, lass mich nicht jetzt schon sterben! Du selbst überdauerst die Generationen. 26 Vor langer Zeit hast du alles geschaffen, Himmel und Erde sind das Werk deiner Hände. 27 Sie werden vergehen, du aber bleibst. Wie alte Kleider werden sie zerfallen, wie ein abgetragenes Gewand legst du sie ab und wechselst sie aus. 28 Du aber bleibst ein und derselbe, deine Jahre haben kein Ende. 29 Die Nachkommen deines Volkes werden in Sicherheit wohnen, unter deinem Schutz werden sie geborgen sein.
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